Mittwoch Vormittag legten Andre Trulsen und Klaus Thomforde an der Sporthochschule Köln ihre letzte mündliche Prüfung ab, die zum Erwerb der Fußballlehrerlizenz notwendig ist.
Im Fach Psychologie wurde geprüft. Das ist unter anderem dann gefordert, wenn
man interpretieren will, wie Solidaritätsbekundungen von Spielern zu werten sind.
Praxisbeispiel
Ziehen wir mal einen Fall an den Haaren herbei: Zwei Doofbüddel gehen in die Disko und werden von Denunzianten-Reportern mit Handy erwischt. Bild berichtete. Da sie das vor einem entschiedenen Spiel für den Verein, das Einkommen des Vereins und für Ruhm und Ehre des Vereins machen, werde sie gesperrt. Denn Feiern steigert nicht die Leistung. Ob man das auf der Sporthochschule lernt, ist mir nicht bekannt.
Offen ist auch wie das den anschliessenden Sieg der Mannschaft befördert hat. Der sonst unsichere Verein, der immer einen Fussballgott zur Unterstützung herbeifleht, gewinnt überraschend ohne die vom Trainer gesperrten Männer mit mangelndem Berufsethos.
Zuschauer sind unsolidarisch mit Ausreissern
Die Mannschaft feiert mit seltsamem Ritual auf dem Platz: Die Trikots der fehlenden Spieler werden den Zuschauern präsentiert. Laut Tagesspiegel buhen die Zuschauer. Das ist nachvollziehbar, denn wenn der gemeine Fan als Folge einer Übernächtigung seinen Job nicht macht, dann gibt’s vom Obersteiger auch einen richtigen Anpfiff.
Der psychologisch geschulte Trainer muss jetzt die Fragen beantworten:
Haben die Spieler mich nicht mehr lieb? Haben die Zuschauer erkannt, dass
da unten ein bizzarer Corpsgeist zu beobachten ist? Wird das reichen für die Meisterschaft?
Gottseidank muss Truller sich im Moment mit so was nicht auseinandersetzen.
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